Gezielte Migrantenförderung gegen den Fachkräftemangel

Sie haben viel auf sich genommen, um ihren in der Heimat erlernten Beruf künftig in Deutschland ausüben zu können, ihre Heimat und Familien verlassen, eine neue Sprache erlernt, sich in die deutsche Kultur integriert: Drei engagierte Ärztinnen und zwei Ärzte aus unterschiedlichen Ländern trainieren seit diesem Sommer zwei Mal pro Woche gemeinsam in der Stadtbibliothek für ihre Zulassung zur ärztlichen Tätigkeit in Deutschland.

Angeregt durch die Teilnahme an dem Modellprojekt „A peek into the kitchen – Tür auf zum interkulturellen Austausch“ der REGE mbH, in dem sich Frau Dr. Ursula Mielke im Frühjahr dieses Jahres auf eine Tandempartnerschaft mit einer jungen Frau aus dem Jemen einließ, sagte sie spontan zu, als Lütfiye C., Ärztin aus der Türkei, sie um ein Coaching in der deutschen Fachsprache bat. Aus diesem Einzelcoaching entwickelte sich über verschiedene Schneeballeffekte schnell eine kleine Lerngruppe, die die Sprachanerkennungsprüfung und die Kenntnisprüfung vor der Ärztekammer Münster anstrebt. Svitlana T. aus der Ukraine konnte zwar keine Mentorin angeboten werden, als das Jobcenter sie für die Teilnahme am zweiten Durchlauf des REGE-Mentorinnenprojekts vorschlug, stattdessen aber der Kontakt zur Lerngruppe. Die Lernenden sind sehr dankbar für das ehrenamtliche Engagement der seit Ende Mai dieses Jahres pensionierten Bielefelder Allgemeinmedizinerin, da sie über die Einübung der Fachsprache mit Rollenspielen und durch die wertvollen Tipps der erfahrenen Medizinerin viel hinzulernen und sich immer weiter ihrem Ziel annähern. Ein toller Erfolg hat sich jetzt bereits gezeigt, denn Lütfiye C. hat vor wenigen Tagen ihre Sprachanerkennungsprüfung bestanden und die Zusage für eine Assistenzarztstelle in ihrem favorisierten Bereich erhalten.

Ein Herzenswunsch von Frau Dr. Mielke und der Lerngruppe ist es, weitere Ärztinnen im Ruhestand zum Mitmachen zu motivieren, um den Teilnehmenden auch differenzierte Einzelförderung zu ermöglichen. Mit zusätzlichem ehrenamtlichen Engagement könnten zudem weitere Medizinerinnen, die dringend benötigt werden, gezielt auf ihre Tätigkeit in Deutschland vorbereitet werden. Auch das neue Projekt der REGE mbH „Share your Skills“ zielt darauf ab, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, indem Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die sich für die Berufsfelder Pflege, Lagerlogistik und Gastronomie interessieren, in ihrer Berufsorientierung und Berufswegeplanung gefördert werden. Über Workshops, den Einsatz von Berufsmultiplikator*innen sowie Betriebsbesichtigungen bekommen die Teilnehmenden einen authentischen Eindruck von den Berufsfeldern und können in Einzelcoachings nächste Schritte zur Integration in den Ausbildungs-/Arbeitsmarkt vorbereiten.

Nähere Informationen zum Projekt und auch den Kontakt zur Medizinerlerngruppe erhalten Sie bei Susanne Plaß unter 0521/9622-191.

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