Gemeinsam stark:  Wie das Projekt My Turn und das Jobcenter Bielefeld den Weg in die Ausbildung als Physiotherapeutin ermöglichten

Wenn ein ausländischer Studienabschluss in Deutschland nicht anerkannt wird, stehen Betroffene vor großen Herausforderungen. Doch dank der engen Zusammenarbeit des Projekts My Turn mit dem Jobcenter Bielefeld und einer großen Portion Eigenmotivation startet Oksana Kherlo nun in Bad Oeynhausen beruflich neu durch.

Die junge Ukrainerin brachte bereits einen Bachelor-Abschluss in Physiotherapie aus ihrer Heimat mit. Der Beruf konnte hierzulande jedoch nicht anerkannt werden. Auch eine Anpassungsqualifizierung scheiterte an formalen Hürden, da hierfür ein ukrainischer Master-Abschluss nötig gewesen wäre. Zu Teilnahmebeginn am Projekt My Turn im November 2025 war die Frustration bei Frau Kherlo entsprechend groß. Der einzige Weg zurück in den Wunschberuf führte über eine komplette Neuausbildung.

Dass aus Frust schnell Zuversicht wurde, ist dem schnellen und konstruktiven Zusammenspiel aller Akteure zu verdanken. Durch die Kooperation des Projekts My Turn mit dem Qualifizierungsteam des Jobcenter Bielefeld entstand ein wertvolles Angebot für die Frauen, das nun in regelmäßigen Abständen stattfindet. Die Projektteilnehmerinnen werden gezielt und individuell zu den Themen Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung beraten. Seit Jahresbeginn konnten bereits mehrere Projektteilnehmerinnen so in eine Ausbildung bzw. Weiterbildung einmünden.

Im Fall der 26-Jährigen führte diese Zusammenarbeit zu einem Ausbildungsplatz an der Dorothea C. Erxleben Schule in Bad Oeynhausen. Die Finanzierung wurde schnell und unkompliziert mit Hilfe des Qualifizierungsteams des Jobcenters über einen Bildungsgutschein gesichert. Bereits im März 2026 konnte Frau Kherlo ihre Ausbildung beginnen.

Der Ausbildungsstart sei für die junge Ukrainerin sprachlich herausfordernd gewesen, jedoch erwies sich der zuvor erfolgreich absolvierte B2-Pflegekurs beim AWO-Kreisverband Bielefeld e.V. als eine große Hilfe.

Mittlerweile sind bei Frau Kherlo deutlich sprachliche Fortschritte zu erkennen. Auch ihr zuständiger My Turn-Coach Fabio Colosi, der sie auf diesem Weg intensiv unterstützt hat, zeigt sich von dieser Entwicklung beeindruckt. Die angehende Physiotherapeutin ist selbst glücklich über ihren Lernfortschritt und blickt optimistisch nach vorne.

Frau Kherlo sieht im deutschen System klare Vorteile und ist der Meinung, dass die theoretischen Ausbildungsinhalte stärker ins Detail gehen als in der Ukraine und die Auszubildenden bereits sehr früh Behandlungsmethoden und Massagetechniken aneinander ausprobieren können. Sie ist von der modernen Ausstattung der Schule in Bad Oeynhausen begeistert. Außerdem ist sie überzeugt, dass die Ausbildung die richtige Entscheidung für sie war. Ihr Lebensmotto treibt sie dabei an:

„In meinem Leben muss das so funktionieren: Es kommt eine Herausforderung – ich muss das schaffen.“

Das Projekt My Turn bedankt sich bei allen Beteiligten für die tolle Zusammenarbeit und wünscht Oksana Kherlo weiterhin viel Erfolg auf dem Weg zum Berufsabschluss!

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