An der Rußheideschule finden wöchentlich niedrigschwellige Sprachlernangebote für Frauen statt: montags und mittwochs ein Alpha-Kurs sowie dienstags und donnerstags ein Sprachfördertreffen mit Kinderbetreuung. Die Kurse werden von qualifizierten Sprachförderkräften des Internationalen Bunds (IB) durchgeführt und eng von der Schulsozialarbeiterin der REGE mbH, Sylke Kleine-Beckel begleitet.
Finanziert werden die Angebote aus dem Integrationsbudget der Stadt Bielefeld.
Die Kurse gehen dabei weit über reinen Sprachunterricht hinaus. Die teilnehmenden Frauen lernen nicht nur Deutsch, sondern werden aktiv dabei unterstützt, sich im Schulalltag und im gesellschaftlichen Leben besser zurechtzufinden. Ein wichtiger Baustein ist der enge Bezug zur Lebenswelt der Frauen: Elternbriefe, schulische Informationen und Themen rund um das Schulleben werden gemeinsam gelesen, besprochen und erklärt. So entstehen Sicherheit, Verständnis und Selbstvertrauen im Umgang mit Schule und Institutionen.
Darüber hinaus wurden gezielt Brücken zu Beratungsstellen, Einrichtungen und Unterstützungsangeboten geschlagen. Gemeinsam besuchten die Teilnehmerinnen unter anderem die Info-Börse Frau und Beruf in der Ravensberger Spinnerei, die Gleichstellungsstelle im Rathaus, die Verbraucherzentrale sowie die Oetkerwelt.
Auch zahlreiche Einrichtungen waren zu Gast und stellten ihre Angebote vor: der Frauennotruf, die Psychologische Beratungsstelle, Pro Familia (zweimal), das Esta Bildungswerk Herford, Mozaik – gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote, die FAW (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) sowie Kolleginnen der REGE mit Informationen zu My Turn, InBiega und FEA.
Diese Begegnungen stellten für viele Frauen eine wertvolle und orientierende Wissenserweiterung dar, eröffneten neue Perspektiven und stärkten ihre Handlungssicherheit im Alltag. Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass die Sprachkurse nach aktuellem Stand im Dezember 2026 auslaufen werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch eindrücklich, welchen wichtigen Beitrag solche Angebote zur Integration, Teilhabe und Chancengleichheit leisten.
