Hohes persönliches Engagement und die zielführende Zusammenarbeit aller Beteiligten führten zu einem tollen Vermittlungserfolg im Projekt „My Turn“.
Frau Hashemi studierte in Kiew Humanmedizin, bevor sie 2022 aufgrund des Krieges nach Deutschland kam. Sie erlernte schnell die deutsche Sprache und schloss ihr Studium über einen Online-Kurs im Januar 2025 erfolgreich mit dem Master ab. Als iranische Staatsbürgerin wollte sie möglichst schnell eine Arbeit finden, um ihren Aufenthalt in Deutschland zu sichern und zeitnah Praxiserfahrung zu sammeln. Denn genau diese fehlt ihr, um in Deutschland als Ärztin arbeiten zu können. Kriegsbedingt war es ihr in der Ukraine nicht mehr möglich, das ärztliche Praktikum zu absolvieren.
Gemeinsam suchten wir im Projekt My Turn nach dem besten Weg, ihr berufliches Ziel Schritt für Schritt zu erreichen. Der enge Kontakt zu Bethel führte schnell zu einem Vorstellungsgespräch und daran anschließenden Praktikum im Pflege- und Betreuungsdienst im Haus Gihon.
Frau Hashemi überzeugte die Mitarbeitenden und Bewohner*innen sofort von ihrem Engagement und Wesen. Sie stellte zunächst persönliche Grenzen in der Grundpflege fest, da sie die Ganzkörperpflege aus ihrer Heimat und ihrem Studienland nicht kannte. Sie sprach ihre Hemmungen offen an, bekam die Chance sich zu entwickeln und weitete ihre Grenzen immer weiter aus.
Am Ende des zweiwöchigen Praktikums erhielt sie ein Arbeitsangebot als Mitarbeiterin im Haus Gihon, das sie gerne annahm. Seit Anfang September unterstützt sie das Team als Teilzeitkraft und besucht parallel einen C1-Sprachkurs. Herr Giese, Leiter des Haus Gihon, hat sie wertschätzend empfangen und ihr seine Unterstützung bei der Erreichung ihres langfristigen Ziels, voll ausgebildete Ärztin zu werden, zugesichert. Er will sie zukünftig ans Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) weitervermitteln, damit sie dort praktische Erfahrungen als Ärztin sammeln kann.