Das Verstehen und Wahrnehmen von Chancengleichheit gehört für uns zu den wichtigsten Grundlagen bei der Integration von Zugewanderten und ist gerade für Menschen aus Drittstaaten von besonderer Bedeutung. Insbesondere denjenigen, die noch nicht lange in Deutschland leben, fehlen häufig Kenntnisse über ihre neue Heimat. In Deutschland ist die Wahrnehmung von Chancengleichheit als Grundrecht definiert und gesetzlich geregelt, aber wie viele Menschen aus Drittstatten wissen von diesem Grundrecht und nehmen es auch aktiv wahr? Welche Instrumente werden ihnen mitgegeben, damit sie ihr Recht auf Chancengleichheit bewusst ausüben können? Wie erleben sie die für sie neue Kultur in ihrem Alltag und welche Auswirkungen hat diese auf ihre Integration?
Diese und weitere Fragestellungen wurden im Projekt „FIDA & FEDA -– Frühe Integration/ Eingliederung von Drittstaatsangehörigen und Förderung ihrer Chancengleichheit“ gemeinsam mit Zielgruppenteilnehmer*innen bearbeitet.
Im Sinne einer nachholenden Integration unterstützte das Projekt gemeinsam mit seiner Kooperationspartnerin „IN VIA Augsburg e. V.“ 215 Drittstaatsangehörige in der Zeit vom 01.12.2020 bis zum 30.06.2022 durch Workshops und intensives Coaching –bedarfsorientiert und passgenau. Dazu wurden 35 Drittstaatsangehörige durch gezielte Schulungen und begleitendes Coaching zu ehrenamtlichen Multiplikator*innen ausgebildet, um dann wiederum 180 weitere Drittstaatsangehörige bei der bewussten Wahrnehmung von gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit niedrigschwellig, kultursensibel und nachhaltig zu unterstützen. Die Themen, die dabei innerhalb der Projektlaufzeit im Rahmen von Workshops bearbeitet wurden, waren u.a. Gesundheitliche Versorgung, Erziehung, Umgang mit Geld, Mobilität, Freizeit, Bildungswege in Deutschland, Umwelt- und Verbraucherschutz, Gewaltprävention, Gleichberechtigung, Wahrnehmung von Chancengleichheit. Einige der Workshops wurden von externen Fachreferent*innen angeleitet.
Pandemiebedingt wurden alle Schulungsangebote in digitaler Form durchgeführt, wodurch zudem die Medienkompetenz der Teilnehmenden aus- und fortgebildet wurde.
Die EU förderte mit ihrem AMIF-Programm unsere Idee, indem sie den Themen „Teilhabe“ und „Wahrnehmung von Chancengleichheit“ einen besonders hohen Stellenwert einräumte und kofinanzierte das Projekt aus Mitteln des Asyl-Migrations- und Integrationsfonds (AMIF).