Du kannst alles werden!?

Auf dem Weg zu einem Handlungskonzept für geschlechtersensible Berufsorientierung

Berufsbezogene Geschlechterklischees sind noch immer weit verbreitet. Nach wie vor gelten viele Berufe als typisch "weiblich" oder typisch "männlich". Eine Berufswahl entgegen dieser Klischees zu treffen, stellt viele Jugendliche vor eine große Herausforderung, da sie bereits im Kindergarten, zu Hause und später in der Schule, bestimmte Geschlechterbilder vermittelt bekommen. Rollenvorbilder und Erwartungen, insbesondere der Eltern formen diese Bilder.

In der beruflichen Orientierung ist es deshalb wichtig, dass die bestehenden Geschlechterklischees bearbeitet werden, damit die Berufswahl nicht aufgrund dieser Bilder, sondern aufgrund von Neigungen und Kompetenz getroffen wird.

2017 hat der Fachbeirat für Mädchenarbeit mit seinem Bericht "Mädchen im Übergang Schule - Beruf" Handlungsempfehlungen vorgelegt wurden. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Bielefeld hat die REGE mbH nachfolgend beauftragt, ein Handlungkonzept zum Thema auf den Weg zu bringen. Die Fachtagung, zu der das Jugendwamt der Stadt Bielefeld und die REGE mbH gemeinsam eingeladen hatten, will hierzu Impulse geben.

Geschlecherarrangements und -bedeutungen ändern sich, Zuschreibungen von geschlechtsspezifischen Berufsbildern und Berufschancen ziehen deutlich langsamer nach. Was bedeutet das für die berufliche Orientierung? Wie kann die Nachwuchsförderung in der Stadt Bielefeld durch gezielte geschlechterreflektierende Strategien verbessert werden? Prof. Dr. Christiane Micus-Loos von der Universität Kiel dazu "Am Übergang Schule - Beruf sind heranwachsende Jugendliche mit vielfältigen, normativen Herausforderungen konfrontiert, die sie individuell versuchen zu bearbeiten. Hier gilt es Entlastung zu schaffen".

Ziel ist es, den Übergang Schule - Beruf und berufliche Chancen für alle Geschlechter offen und transparent zu gestalten. "Eine klischeefreie Berufs- und Studienwahl ist ein Gewinn für alle", so Miguel Diaz, Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei.

Welche Themen sollten in ein Handlungskonzpet zur geschlechtersensiblen Berufsorientierung für Bielefeld einfließen? Dieser Frage widmeten sich im Anschluss an die mitreißenden, informativen Vorträge von Prof. Dr. Micus-Loss und Herrn Diaz am Nachmittag fünf Workshops, die auch das Grundgerüst für das zu erarbeitende Handlungskonzept darstellen. Diskutiert wurde das Thema aus Sicht von Wissenschaft, Schule, Jugendhilfe, Jugendberufsagentur und Wirtschaft. Anschließend wurden die Ergebnisse für das Handlungskonzept priorisiert.

"Ich freue mich sehr, dass so viele Interessierte an der Veranstaltung teilgenommen haben. Das zeigt, wie wichtig das Thema ist. Es ist gut und wichtig, dass wir ein Handlungskonzept für die Stadt Bielefeld entwickeln", sagt Claudia Hilse, Leiterin der Kommunalen Koordinierung der REGE mbH.

 

 

Hier finden Sie die Vorträge zum Download:

Lebenswelten von Mädchen und ihre Bedeutung für die Berufswahl

Klischeefrei

 

 

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