Gemeinsam gelingt Inklusion am Arbeitsplatz

Als Frau Stencel die Teilnahme an dem Modellprojekt „Integrative Arbeit“ vom Jobcenter Arbeitplus Bielefeld, einem der Kooperationspartner, angeboten wurde, war sie skeptisch, ob dies der richtige Weg sei, um nach Jahren der erfolglosen Arbeitsplatzsuche zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen.

Aufgrund Ihrer Schwerbehinderung hatte Frau Stencel mit besonderen Hürden bei der Suche nach einer geeigneten Stelle zu kämpfen.

Glücklicherweise hat sie sich entschieden an dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekt des Jobcenters Arbeitplus, der Arbeitsagentur Bielefeld und der REGE mbH teilzunehmen.

Der AWO Kreisverband Bielefeld e.V. hat im Aktiv-Punkt Jöllenbeck einen wohnortsnahen Erprobungsarbeitsplatz im hauswirtschaftlichen Bereich für die sehbehinderte Frau geschaffen. Durch ein begleitendes Coaching wurden die Tätigkeiten, Aufgabenstellungen und Arbeitsbedingungen gemeinsam mit allen Akteuren an die Fähigkeiten von Frau Stencel angepasst.

Diese Individualität des Erprobungsarbeitsplatzes sorgte dafür, dass die Teilnehmerin Mut und Selbstvertrauen fassen konnte und eröffnete ihr so die Möglichkeit sich persönlich weiter zu entwickeln. Die Kolleg*innen und die Senior*innen des Aktiv-Punkt haben sie aufgrund ihrer positiven Lebenseinstellung sofort ins Herz geschlossen und haben damit einen großen Teil zur gelungenen Integration beigetragen.

Die Übernahme durch den AWO Kreisverband Bielefeld e.V. in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis erfüllt Frau Stencel mit großer Freude und sichtbarem Stolz. „Frau Stencel ist ein Zugewinn für unser Team. Ihr Beispiel zeigt, dass es sich lohnt mutig zu sein und einfach mal etwas zu probieren“ so Markus Wrobbel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AWO Kreisverbandes Bielefeld e.V.

Auch im Fall von Herrn Ziebell wurde das Ziel des Projektes, Menschen mit Schwerbehinderung mit Hilfe von sogenannten Erprobungsarbeitsplätzen aus dem Status der Langzeitarbeitslosigkeit heraus, in langfristige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln erreicht.

Die Firma Euscher GmbH & Co. KG hat für den gelernten Metallbearbeiter gemäß dem innovativen Ansatz des Programms einen Erprobungsarbeitsplatz geschaffen, der den Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsbedarfen des Teilnehmers entsprach. Durch regelmäßige Arbeitsplatzgespräche mit den Personalverantwortlichen der Firma Euscher GmbH & Co. KG, dem Projektteilnehmer und dem Coach der REGE mbH konnten die positiven Entwicklungen und Erfahrungen fortlaufend reflektiert werden.

Ergänzt wurde der Wiedereingliederungsprozess von Herrn Ziebell durch verschiedene berufliche und soziale Qualifikationsmaßnahmen.

Eine große Unterstützung für den 51-jährigen waren zu jeder Zeit die Arbeitskolleg*innen, die bei der Einarbeitung und Eingliederung halfen. Dabei zeigte er selber überaus großes Engagement und Durchhaltewillen, sich den beruflichen Anforderungen anzupassen.

Die Zusammenarbeit zwischen Menschen mit und ohne Schwerbehinderung kann gemeinsam gelingen, weiß Personalleiter Björn Kaiser, Euscher GmbH & Co. KG.

Auch Herr Ziebell wird nach Abschluss des Kooperationsprojektes in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden.

Dieses Projekt zeigt, dass eine schrittweise Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt die Relevanz von Handicaps für die arbeitsmarktliche Integration zurückdrängen kann, sind sich die Projektpartner das Jobcenter Arbeitplus Bielefeld, die Agentur für Arbeit Bielefeld und die REGE mbH im Rückblick auf das 3-jährige Projekt einig.

Es ist vollbracht. Freudestrahlend nimmt Frau Stencel ihre Begrüssungsmappe entgegen. (v.l. Ingo Doerk (REGE mbH), Ewa Stencel, Doreen Zinser (REGE mbH), Markus Wrobbel (AWO Kreisverband Bielefeld e.V.))
Große Freude herrscht auch bei Herrn Ziebell, der in seinem gelernten Beruf eine Anstellung gefunden hat. (v.l. Björn Kaiser (Euscher GmbH & Co. KG), Doreen Zinser (REGE), Ralf Ziebell, Marc-Sebastian Alex (Jobcenter Arbeitplus Bielefeld), Holger Ullmann

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